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6b bittet zu "Tisch" - erfolgreiche Vernissage am 06.03.2020 im Grafschafter Museum


In einem fünftägigen Projektworkshop unter der Leitung von Lisa Merschformann, zurzeit im Voluntariat beim Grafschafter Museum, entwickelten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 b zusammen mit ihren Klassenleitungen eine eigene Ausstellung im Grafschafter Museum. Zum Thema römische Essgepflogenheiten wurde geforscht, geschrieben, gezeichnet, Exponate aus dem Fundus des Museums begutachtet und Passanten interviewt.

 

Neugierig folgte ich der Einladung zur Ausstellungseröffnung am 06.03.2020. Die Klassenlehrerin "ermahnte" mich vormittags noch freundlich: "Komm nicht zu spät! Wir wollen pünktlich anfangen!"

 

Gespannt auf das, was mich erwarten würde, betrat ich überpünktlich um 15.15 Uhr den Raum vor der sogenannten "Puppenstube" im Museum ... und platzte prompt in die Generalprobe und letzten Vorbereitungen der in Kürze vortragenden Schülerinnen hinein. Die nervöse Anspannung war nicht nur den vier Personen am Rednerpult anzumerken ... und mein Erscheinen trug leider auch nicht zur allgemeinen Beruhigung bei. Zudem war allen Anwesenden anzumerken, wie gerne sie nun endlich "Ihre Ausstellung" mit dem wohlklingenden Namen "Appetitus boni" ihren Gästen präsentieren wollten. Eine gespannte Vorfreude lag in der Luft!

 

Ich setzte mich unauffällig in die hinterste Reihe und lauschte den Übungen der Mädchen. Allmählich füllte sich der Raum mit interessierten Eltern, Geschwisterkindern, FreundInnen und Großeltern.

 

Pünktlich um halb vier begannen die Einladenden vor vollen Reihen mit ihrer Rede. Alle lauschten im Anschluss daran gespannt den Ausführungen von Frau Merschformann und Frau Finkele, der Leiterin des Grafschafter Museums. Von allen Seiten wurde im Vorfeld bereits großes Lob für die Einsatzbereitschaft und -freude, die Kreativität, das Interesse und den Mut, den einige bewiesen hatten, ausgesprochen…….und ich war richtig stolz nicht nur auf die Ausstellenden, sondern auch darüber, dass soviel Interesse an der Arbeit der Klasse gezeigt wurde.

 

Nach den einleitenden Worten zur Ausstellung und der Workshop- Phase ging es in die "Puppenstube" zur Besichtigung. "Appetitus boni" lädt ein zum Verweilen – zum Lesen, zum Staunen, zum Überlegen und zum Schmunzeln, vielleicht auch sogar zum Nachkochen. Denn die dort ausgestellten Rezepte wurden in die heutige Zeit übertragen.

 

"Haben Sie schon einmal im Liegen gegessen?"; "Wissen Sie eigentlich, dass es auch in Rom schon Fast Food gab?" solche Fragen wurden an der Hörstation von einem freundlichen Herrn geduldig beantwortet. Eine Gruppe Mädchen hatte sich getraut, jemanden zum Thema "römisches Essen und Sitten" auf der Straße zu interviewen. Dieses Interview wurde nun an der Hörstation abgespielt. Mir wurde schnell klar, wie groß der Schatten gewesen sein muss, über den es zu springen galt. Mir hätte hierzu definitiv in Klasse 6 der Mut gefehlt.

 

Auch die Leistung, Ausstellungstexte zu schreiben, Exponate zu begutachten und für die Ausstellung auszuwählen und nicht zuletzt römische Rezepte in die heutige Zeit zu übertragen, ließen mich die Arbeit unserer Klasse 6b wirklich und ehrlich bewundern. Ich lernte, dass schon zu Neros Zeiten "Schnecken in Knoblauchsauce" eine gern verzehrte Delikatesse waren ... was ich persönlich überhaupt nicht nachvollziehen konnte!

 

Wie es sich für eine Vernissage gehört, wurden prickelnde Getränke (natürlich antialkoholisch) gereicht und die Ausstellungsexperten standen für Fragen der Besucher Rede und Antwort. Auch die Presse nahm an der Ausstellungseröffnung teil, sodass am 09.03.2020 ein ausführlicher Artikel in der Rheinischen Post erschien.

 

Die Zusammenarbeit mit dem Grafschafter Museum war nicht die erste und wird sicherlich nicht die letzte gewesen sein. Denn mir wurde durch den dortigen Besuch (wieder) einmal deutlich, dass wir unsere eigene Geschichte nur verstehen können, wenn wir das Angebot nutzen und "Geschichte vor Ort" – wie in diesem Projekt – buchstäblich begreifen können.

 

Mein Fazit: "Appetitus boni" macht Lust ... und Hunger auf mehr!

 

Claudia Corell