Justus-von-Liebig-Schule Moers • Carrotmob - Kreativer Umgang mit dem Klimaschutz
 
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Karotte trifft Tee


"Karotte trifft Tee"  am 18.06.18

– erster Carrotmob in NRW ...und ausgerechnet in der kleinsten Großstadt des Landes –

 

Montag 18.06.18:

8.15 Uhr in der Schule: - Showdown, denn um 10.30 Uhr werden wir in der Stadt erwartet!

Das Karottenkuchen – Backteam  macht sich mit Frau Tenbergen, einer unserer Hauswirtschaftslehrerinnen, an die Arbeit. 5 kg Möhren gilt es zu reiben....zum Glück elektrisch! Im benachbarten Hauswirtschaftsraum arbeitet parallel Frau Knopp mit ihrer Truppe zur Unterstützung. Der Carrotmob – Karottenkuchen nach Originalrezept aus dem Ordner wird als Blechkuchen angefertigt – 8 Bleche (á 56 kleine Stückchen) gilt es bis 10.20 Uhr zu backen! 2 Bleche warten schon im Auto, die wurden zu Hause vorbereitet, um für den Carrotmob – Start gerüstet zu sein.

 

9.20 Uhr: Die Justus-Agentur lädt alle Materialien von Pavillon, Pinnwand, Plakaten über Verpflegung und Bekleidung in den Hänger. Zwei "Carrotmob" – Mitglieder helfen fleißig mit und fahren mit den Schülern der Agentur zum Aufbau in die Stadt.

10.00 Uhr: Die erste Standbesetzung macht sich mit Frau Corell auf den Weg in die Moerser Innenstadt, um die letzten Arbeiten zu erledigen und der Dinge zu harren, die da kommen. Nachdem das eine Fahrrad mit der Seifenblasenmaschine vor Tee Gschwendner aufgebaut worden war, ziehen durch fleißiges Gestrampel die ersten Bläschen ihre Runden durch die sonnige Altstadt und sorgen für strahlende Kinderaugen ...und stehenbleibende Menschen...

Bei uns steigt die Nervösität und die Hürde, jemanden anzusprechen, ist für einige Schüler extrem hoch.

...um kurz nach 11.00 Uhr kommen erstmal die 8 Kuchenbleche und unsere Hauswirtschaftslehrerin zur Unterstützung. Auch unser Sozialarbeiter (Chef der Justus-Agentur) und unsere Sozialarbeiterin beleben den Stand, machen der Crew der ersten Stunde Mut zum Ansprechen oder erledigen es einfach selbst. Frau Corell sorgt am Pavillon für Aufmerksamkeit, weil sie sich auf das zweite Fahrrad, das mit einer Art "Hau-den-Lukas-LED"- Leiste ausgestattet ist und je nach Geschwindigkeit und Leistung grün, gelb oder rot anzeigt, setzt und fleißig strampelt. Wer vorbei geht und verwundert schaut, wird einfach angesprochen.

 

Leider ist an diesem Tag die Stadt so früh noch nicht gut besucht, was uns an unserem großen 8 x 4 m Pavillon schon ziemlich frustriert, stehen wir doch am direkten Eingang zur Innenstadt und können auf die vorbeilaufenden Passanten gut zugehen. Die ersten Versuche erledigen wir noch zu zweit und nachdem wir mutig genug wurden, auf Interesse gestoßen sind, mit Menschen ins Gespräch gekommen sind, fühlt sich die Aktion schon gut an. Wir teilen uns auf und einige wandern, mit Flyern "bewaffnet" durch die Fußgängerzone. 

Herr Dza von Tee Gschwendner tröstet uns, als wir uns über die wenigen Besucher in der Innenstadt beschweren. Montags sei auch sein verkaufsärmster Tag. Als Ergänzung unserer Aktion hat er übrigens Eistee zur kostenlosen Erfrischung bereit gestellt – natürlich die passende Sorte: Orange – Karotte – auch für uns hin und her laufenden Menschen eine erquickende Erfrischung. Sein Laden ist heute passend mit Filzkarotten und echter Möhre dekoriert. Jedem Kunden erklären seine Mitarbeiterin und er, wohin ein Teil des Geldes der heutigen Aktion in der Zeit von 11.00 Uhr bis 16.00 Uhr fließt.

In der Zwischenzeit kommt um 12.30 Uhr die Presse vorbei, auch der Bürgermeister – von uns herzlich eingeladen – hat sich Zeit genommen, um ein paar Worte mit uns zu wechseln. Auf die Frage, wie er die Aktion Carrotmob findet, betont er, dass es wichtig ist, auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. Im Gespräch mit der Presse hatte er erfahren, dass im Laden durch unseren Rundgang Einsparpotenzial in Höhe von 1200 € an Stromkosten für die Beleuchtung gefunden wurde. Diese Summe überraschte sehr und er lud spontan die WP – Gruppe zusammen mit einem Energieberater ins Rathaus ein, um ebenfalls nach Einsparpotenzial zu suchen. Wir haben natürlich zugesagt und werden dieses Angebot nutzen.

Herr Dza konnte sich vorstellen, die Aktion "carrotmob" im nächsten Jahr  zu wiederholen. Er wollte auch anderen Kollegen davon erzählen.

 

Mittlerweile traf an unserem Stand die nächste Truppe ein und wir wechselten uns ab. Das Laufen und Stehen machte dem ein oder anderen schon zu schaffen. 

Mit den wenigen Abfuhren oder missmutigem "ist doch eh schon zu spät" auf unsere Ansprache, ob man Lust habe, etwas für den Klimaschutz zu tun, konnten wir dann auch umgehen. Besonders gefreut haben wir uns über unseren Besuch aus der Schule. Die Klasse 8a und die Klasse 6a kamen mit ihren Lehrerinnen am Nachmittag zu uns an den Stand. Einige SchülerInnen halfen auch gerne beim Verteilen der Handzettel und sprachen ebenfalls Passanten an.

 

16.00 Uhr: Kassensturz : Unser Klimaschutzsparschwein als Spende am Pavillon hatte 29,70 € "gefressen" und Herr Dza überschlug kurz, dass er so 400 € wohl eingenommen habe. Sein Fazit zeigte, dass es tatsächlich deutlich mehr Kundschaft als an einem "normalen" Montag gegeben hatte. Wir gaben ihm unser Sparschweingeld noch dazu und zogen ebenfalls eine positive Bilanz. Da sich auch schon Schülerinnen für den Kurs interessierten, wird es sehr wahrscheinlich einen Carrotmob 2.0 in Moers geben.

 

Nach dem Abbau mit der Justus-Agentur äußerten sich unsere "Carrotmob"- Aktionisten müde und geschafft, aber glücklich:

"Das war eine Herausforderung – und wir haben sie gemeistert!" " Die Leute anzusprechen, war eine echte Überwindung für mich!" "Ich war überrascht, wie freundlich die Leute reagiert haben, die haben mich sogar angelächelt!" "Ich hätte nicht gedacht, dass ich das kann!" "Beim nächsten Mal brauchen wir aber ein Fahrrad mit einem anderen Sattel!"

 

Mein Fazit als Wahlpflichtkursleitung: Hier haben alle gewonnen!

Die Umwelt, weil es demnächst bei Tee Gschwendner energetisch günstigere Leuchtmittel und vielleicht sogar einen anderen Kühlschrank geben wird (wir werden es nach den Sommerferien kontrollieren).

Unsere Schüler, weil sie über sich hinausgewachsen sind und ihnen ihre Euphorie während der Aktion anzusehen war.

Die Aktion "carrotmob", weil wir in der nächsten Runde wissen, was wir besser machen können und weil es von den Passanten ein dickes Lob für den Karottenkuchen gab, der sogar vegan(!) ist.

...........Übrigens: Die übrig gebliebenen 3,5 Bleche Kuchen erfreuten in der Pause am nächsten Tag unsere Schülerinnen und Schüler sehr. Er war im nu verputzt!

 

Moers, 30.06.18

Claudia Corell

 

Carrotmob - Kreativer Umgang mit dem Klimaschutz


Informationen zur Idee: Carrotmob - was ist das?

 

Der Carrotmob stammt ursprünglich aus San Francisco. Der erste deutsche Carrotmob fand im Juni 2009 in Berlin statt und war ein voller Erfolg, weil der Ladenbesitzer innerhalb von drei Stunden das Dreifache seines Umsatzes vom Tage einnahm. Im Folgenden setzte er eine Reihe Energiesparmaßnahmen um, die ihm seither Kosten sparen.

 

Unser Ziel:

Hunderte von Konsumenten stürmen an einem Tag zu einer bestimmten Zeit einen zuvor ausgesuchten Laden und kaufen ein. Der Ladenbesitzer verpflichtet sich im Gegenzug, einen Teil des Umsatzes in Energiesparmaßnahmen im eigenen Betrieb zu investieren. Carrotmob - das ist gezielter Klimaschutz, bei dem alle profitieren: Der Ladenbesitzer durch kostenlose Energieberatung und höhere Umsätze; die Schülerschaft durch inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema Klimaschutz und durch Kompetenzzuwachs bei Teamarbeit, organisatorischen und planerischen Tätigkeiten, Presse- und Werbearbeit zur Vorbereitung der Aktion sowie durch nachhaltige Sensibilisierung für den Klimaschutz. Zugleich wird eine breite Öffentlichkeit durch diese Aktion auf die Problematik des Klimawandels aufmerksam gemacht.

 

Was wir bislang für unsere Aktion erledigt haben:

1.    Seit Anfang dieses Schuljahres arbeitet der WP - Kurs Jg. 9 "Naturwissenschaften - Umweltschutz"  einmal wöchentlich an den Vorbereitungen für die von Bildungscent und Greencity e.V. angebotene Aktion eines Carrotmobs. Dies geschah im ersten Halbjahr dadurch, dass Wissen über den natürlichen und künstlichen Treibhauseffekt sowie über Veränderungen bezogen auf die Erderwärmung experimentell und inhaltlich bearbeitet wurden. Ferner wurden Informationen durch Internetrecherchen hierzu und zum  Klimaschutzabkommen vertieft. Verwendet wurden eigene Materialien und auch Vorschläge aus dem sogenannten Carrotmob - Ordner. Diese inhaltlichen Arbeiten fanden in den Monaten September bis November statt.

2.    In den Monaten Dezember bis Februar wurden arbeitsteilig Info - Briefe an den möglichen Ladenbesitzer vorbereitet und ein gemeinsames Exemplar festgelegt, die Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und Laden über die jeweiligen Verpflichtungen aufgestellt, die Idee des Carrotmob verschriftlicht sowie ein grober Arbeitsplan und eine Kostenaufstellung für die weiteren organisatorischen Maßnahmen erstellt.

 

Zu diesen Arbeiten gehörte auch, dass wir in einem Rollenspiel den Besuch bei einem Ladenbesitzer simulierten, um eine möglichst überzeugende Crew zu erhalten und uns auf mögliche Fragen, kritischen Anmerkungen oder Verhaltensweisen einstellen zu können.

 

Im ersten Halbjahr konnten wir auch absichern, dass wir einen für uns kostenlos agierenden Energieberater zum Energierundgang in dem mit uns kooperierenden Laden zur Verfügung haben. Hier können wir aufgrund des KLIMO (Klimaschutz in Schulen und Kitas der Stadt Moers) - Projektes der Stadt Moers auf die Beratung durch Herrn Rubarth vom Beraterteam von "ecoteam nrw" zurückgreifen.

 

Das zweite Halbjahr stand bisher ganz im Zeichen der praktischen Umsetzung des Carrotmobs. Daher wurden von uns folgende Fragen bearbeitet und deren Umsetzung seit Mitte Februar realisiert:

 

Wer spricht Läden an?

Diejenigen Personen, die nach Beurteilung innerhalb der Gruppe am professionellsten im Rollenspiel "Überzeugung von Ladenbesitzern" agierten, wurden unsere Kontaktpersonen. Leider verliefen die ersten Kontakte mit Lebensmittelhändlern nicht positiv, sodass wir hier auf die Unterstützung des Klimaschutzmanagers der Stadt Moers, Herrn Giovanni Rumolo, angewiesen waren. Dank seiner Hilfe konnte Anfang Mai dann Herr Christian Dza von Tee Gschwendner für die Aktion Carrotmob gewonnen werden.

 

Wie möchten wir am Tag des Carrotmobs auf uns aufmerksam machen, um auch vielen Leuten von unserem Anliegen erzählen zu können?

Wir werden einen Pavillon aufstellen, an dem selbstgebackener Möhrenkuchen angeboten wird, sowie Infoplakate zum Thema Treibhauseffekt, Carrotmob und zu unserer Arbeit auf uns aufmerksam machen. Gesprächsanlässe zum Thema Klimaschutz werden auch durch unseren selbst entworfenen kleinen Fragebogen unterstützt. Ferner treten wir alle einheitlich mit selbstgefertigten Caps und T-Shirts auf. Wir werden darüber hinaus eine Aktion anbieten, bei der Interessierte oder unsere Standbetreuung Energie per Fahrrad erzeugen können, um Licht zu erzeugen, eine Seifenblasenmaschine bzw. einen "Smoothie - Mixer" zu bedienen. Die Frage, inwieweit wir auch Fruchtsmoothie ausgeben, hängt von der Möglichkeit ab, ob wir bei Tee Gschwendner unsere Gläser spülen können. Dies wird bei der Energiebegehung am 04.06.2018 geklärt.

 

Wie lief der Energierundgang am 04.06.ab?

Unsere 4 Energiebeauftragten aus dem Kurs suchten mit dem Energieberater nach möglichen Stromfressern und Möglichkeiten zur Einsparung von Energie. Dabei fielen besonders die Kühlschränke, die Klimaanlage und die hohe Zahl an Leuchtmitteln auf. Im Energie  - Check wurde festgehalten, wie hoch das Einsparpotenzial für den Stromverbrauch bei dem vorhandenen Kühlschrank sein könnte. Neue Leuchtmittel wurden ebenfalls diskutiert.

Der Besitzer des Geschäftes, Herr Dza, erklärte sich bereit, 50 % des erwirtschafteten Umsatzes in die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen einzusetzen. Ein Ansporn für uns, möglichst viel Werbung zu machen und auch am Tag der Durchführung Passanten anzusprechen.

Am 18.06. werden wir je nach Umsatz gemeinsam überlegen, welche Maßnahmen umgesetzt werden können und einen Kontrolltermin nach den Sommerferien vereinbaren.

 

 

Wie soll der Flyer für die Werbung zum Verteilen im Vorfeld aussehen, damit möglichst viele zu unserem Kooperationsgeschäft kommen?

Unser Werbefachmann im Team hat einen von allen genehmigten Entwurf erstellt und am 17.05.18 Änderungsvorschläge eingearbeitet: Es fehlten noch Datum und Geschäft, das Logo des Ladens, das KLIMO- Logo der Stadt Moers und kurze Infos zu der Idee des Carrotmobs.

 

Wie verfahren mit der weiteren Öffentlichkeitsarbeit?

Am 16.05.18 besuchte uns der Klimaschutzmanager der Stadt Moers, Herr Rumolo, zusammen mit Herrn Rubarth - Energieberater von ecoteam nrw - in unserem Kurs. Es wurden folgende Wege für Werbung vereinbart:

•    Über die sozialen Medien z.B. die facebook - Seite "du bist Moerser, wenn….", über die Schülerkontakte und Information/Einladung der gesamten Schule - diese Aufgabe erledigen alle Kursteilnehmer.

•    Versenden des digitalen Flyers an den Klimaschutzmanager der Stadt zur Weiterleitung innerhalb des Rathauses - diese Aufgabe erledigt Frau Corell

•    Flyerauslage an öffentlichen Stellen und Mund-zu-Mund-Propaganda - diese Aufgabe erledigen alle Kursteilnehmer.

•    Die Presse wird zusätzlich über den Pressesprecher der Stadt informiert und eingeladen - die Nachricht an den Pressesprecher der Stadt erfolgt über den Klimaschutzmanager.

 

Wie transportieren wir unsere Materialien zu unserem Partnergeschäft bzw. in die Stadt?

Unsere schuleigene "Justus - Eventagentur" wird uns am Tag des Carrotmobs bei Transport und Aufbau unseres Standes behilflich sein. Wir werden allerdings noch einen Anhänger leihen müssen. Absprachen bezüglich Aufbau und Materialien übernehmen zwei Schüler aus dem Kurs.

Außerdem unterstützen uns Lehrerinnen aus der Hauswirtschaft und koordinieren den Nachschub an Möhrenkuchen. Dieser wird von dem Team gebacken, welches nicht am Stand steht und anschließend zum Stand transportiert.

 

Wann soll der Carrotmob starten und wie teilen wir uns an diesem Tag auf?

Am 18.06.18 stehen wir in der Zeit von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr in der Moerser Innenstadt - gegenüber dem Teeladen von Tee Gschwendner mit unserem Pavillon am Altmarkt.

Ein Arbeitsplan wurde am 17.05.18 aufgestellt und sieht eine zweistündige Standpräsenz vor.

Bevor wir den Stand einrichten können, muss die Justus-Eventagentur den Pavillon und die Stellwände/ das Fahrrad aufgebaut haben. Daher beginnt die Arbeitszeit eine halbe Stunde vorher und endet eine halbe Stunde später.

 

Unser Fazit:

Neben der inhaltlichen Beschäftigung hat uns der kreative Ansatz der Aktion "Carrotmob" auch viel Spaß bereitet! Wir sind nun gespannt auf die praktische Umsetzung und die Reaktion in der Öffentlichkeit!

 

 

Moers, 04.06.2018

 

Für den WP - Kurs: Claudia Corell